Tipps bei pollenverknüpfter
Nahrungsmittelallergie (Kreuzallergie)

Allergien gegen pflanzliche Nahrungsmittel (Obst, Gemüse und Nüsse) stehen in Deutschland - neben Milch, Ei und Fisch - an erster Stelle der Allergieauslöser bei Erwachsenen.

Die Allergie gegen pflanzliche Nahrungsmittel ist dabei zum überwiegenden Teil (90%) an die Neigung zur Pollenallergie gebunden, d.h., bei Pollenallergikern ist oftmals die Vorhersage einer zu erwartenden Nahrungsmittelallergie möglich; dies bezeichnet man als Kreuzreaktion oder Kreuzallergie:

 

Bei Pollenallergie auf: Häufige Reaktionen auf folgende Nahrungsmittel

Birke, Erle, Hasel: Kern- und Steinobst: Apfel, Pfirsich, Kirsche

Nüsse: Haselnuß, Walnuß

Kiwi Karotte Kartoffel

Sellerie Erdnuß


Beifußpollen: Gemüse: Karotte, Sellerie, Paprika

Gewürze: Anis, Pfeffer, Muskat, Ingwer, Zimt

Kräuter: Kamille


Gräserpollen: Auf Grundlage einer Gräserpollenallergie treten nur selten Nahrungsmittelallergien auf: Mehle, Soja, Tomaten, Erdnuß

 


Klinisch äußert sich eine pollenverknüpfte Nahrungsmittelallergie hauptsächlich in Form des "Oralen Allergie-Syndroms". Sie bemerken die Symptome der Allergie in erster Linie in Ihrem Mund wie z.B. Schwellung, Juckreiz und Kribbeln an Gaumen, Lippe und Zunge. Ebenso können Gesichtsschwellungen (Quincke-Ödem), Asthma, Heuschnupfen und Symptome an Magen und Darm auftreten. Diese Symptome können von Ihnen hautptsächlich während der Blütezeit der entsprechenden Pollen verspürt werden. Nach Beendigung der entsprechenden Pollenblütezeit kann das Nahrungsmittel oftmals wieder vertragen werden.

Einfluß auf die Allergiestärke pflanzlicher Nahrungsmittel haben insbesondere Erhitzen und Kochen, enzymatische Vergärung und der Einfluß der Sorte:

1.) Erhitzen und Kochen: Durch Erhitzen, Kochen oder Backen kann das allergene Potential der meisten Obst- und Gemüsesorten geschwächt werden, in der Regel werden die Nahrungsmittel nach einer dreiminütigen Kochzeit gut vertragen. Pflanzliche Nahrungsmittel, die hitzebeständig sind, d.h. die durch Kochen ihre starke Allergenaktivität nicht verlieren, sind Nüsse, Soja, Sellerie, Gewürze und Senf.

2.) Enzymatische Vergärung/Bräunung: Ein Apfel verliert schon durch Reiben und kurzes stehen lassen an der Luft seine allergene Aktivität und wird hiernach zumeist gut vertragen.

3.) Einfluß der Sorte: Besonders für die Apfelallergiker spielt der Einfluß der Apfelsorte eine große Rolle.

Stark allergisierende Apfelsorten sind Cox Orange, Golden Delicious, Granny Smith, Jonagold und Braeburn.

Allergenarme Apfelsorten sind Boskoop, Jonathan, Jamba, Gravensteiner, Altländer, Hammerstein und Berlepsch.

Therapie der pollenverknüpften Nahrungsmittelallergie: Bei Beschwerden sind die allergisierenden Nahrungsmittel - insbesondere während der Blütezeit der verknüpften Pollen - zu vermeiden (Blütezeit Birke/Erle/Hasel etwa Januar bis April; Gräserblüte etwa April bis August; Beifuß etwa Juli bis August). Versuchen Sie kleinere Mengen des Nahrungsmittels zunächst in gekochtem Zustand.

Beachten Sie dabei auch, daß das Nahrungsmittel auch als verstecktes Allergen in anderen Speisen vorkommen kann, z.B. Apfelstücke im Müsli, Nüsse in Schokolade und Kuchen, Sellerie in Gewürzmischungen und Fertigsuppen/soßen.

Bei einer Frühblüherpollenallergie (Birke, Erle, Hasel) konnte mittels Hyposensibilisierungstherapie (siehe auch Praxisinformation Thema 3) neben der Besserung der Heuschnupfensymptome (in 74 %) in mehr als 50 % auch eine günstige Beeinflussung der begleitenden Nahrungsmittelallergie erreicht werden. Patienten die unter einer Pollenallergie (Heuschnupfen) leiden können weitere ausführliche Informationen inklusive eines Pollenflugkalenders in der Praxisinformation Thema 18 einsehen.



© 2018 - Dr. med. Frank Latzke, Burgstr. 11, 63755 Alzenau
Tel. 06023/970253

 

Die vorliegende Patienteninformation meiner Praxis wurde für Sie nach dem heutigen Stand des ärztlichen Wissens auf der Basis der aktuellen medizinischen Fachliteratur erstellt.


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