Moderne Medizinkosmetik: Möchten Sie jünger aussehen?

 

„Forever young“ – ein Wunschtraum, so alt wie die Menschheit!
Bedeutet doch die Jugend Gesundheit, Lebenslust, Sinnlichkeit, körperliche Aktivität und Attraktivität bei glatter, straffer und faltenfreier Haut. Attribute, die jeder Mensch gerne ewig behalten würde.

Doch bereits ab Mitte 20 beginnt allmählich ein biologisch vorgegebener Alterungsprozess unseres Körpers, der an der Haut als unserem äußersten Organ in besonderem Maße durch Umweltfaktoren wie Ozon, Tabakrauch, künstliche (Solarium) und natürliche (Sonnenbaden) UV- und Infrarotstrahlung zusätzlich gefördert wird (1,10,11).

Der Alterungsprozess wird sichtbar an der Haut und an den Haaren, spätestens ab Ende 30/Anfang 40 mit der Ausbildung von zunehmenden Falten im Gesicht und den ersten grauen Haaren auf dem Kopf.

Mit steigendem Alter zeigen sich an der Haut ungleichmäßige Pigmentierungen und Altersflecken sowie zunehmend sichtbar werdende Äderchen, die Haut verliert an Feuchtigkeit und wird trockener, Elastizität und Spannkraft nehmen ab, es kommt insgesamt zur Hautschlaffheit mit Faltenbildung und typischem „Absacken“ der Haut im Gesicht und am Körper (12).

Wir sind uns dieser Veränderungen bewußt und schätzen unsere Mitmenschen altersmäßig instinktiv u.a. durch das Ausmaß der Falten im Gesicht. Insbesondere die Querfalten der Stirn erlauben eine Alterseinschätzung, je jünger, desto weniger Querfalten auf der Stirn, je älter desto mehr. Ganz grob gilt, daß je Querfalte der Stirn ungefähr ein Lebensjahrzehnt gezählt werden kann (2).

Gerade aber in der Reduktion dieser zunehmend mit dem Lebensalter auftretenden Faltenbildung liegt das Ziel in dem Bestreben jünger aussehen zu wollen. Jahrelang war dies eine Domäne, die nur durch die operativen Eingriffe der plastischen Chirurgie möglich gemacht werden konnte. Seit Mitte der 90iger Jahre bieten sich jedoch innovative Möglichkeiten der kosmetischen Dermatologie, die ohne Skalpell und operatives Blutvergießen gezielt die Spannkraft der Haut verbessern, und die Bildung von Altersfalten kompensieren.

Diesbezüglich wurden für die Behandlung der Falten anfangs „permanente Filler“ verwendet, die nach einmaliger Injektion unter der Haut ein dauerhaftes, lebenslanges Ergebnis gewährleisten sollten. Dies klingt im ersten Moment für jeden Menschen verlockend, ist aber bei genauerem „Hinsehen“ mit mehr Nachteilen als Vorteilen behaftet. So bleiben versehentliche Über- oder Fehlkorrekturen der Falte dauerhaft bestehen und sichtbar. Und da natürlich die Haut um die behandelte Falte dem biologischem Alterungsprozess weiter unterliegt (Ausdünnung der Haut und des Fettgewebes) sieht man irgendwann das Material der unterfüllten Falte als unschönen Wulst aus der Haut hervorstehen („Scheeschmelzeneffekt“).

Aus diesem Grunde ist man heute dazu übergegangen, bevorzugt solche Filler zu verwenden, die vom Körper biologisch abgebaut werden. Dies hat zwar den Nachteil, daß regelmäßige Wiederholungsbehandlungen der Falte erforderlich sind. Aber die sichtbaren Vorteile überwiegen, da z.B. eine unerwünschte Überkorrektur völlig reversibel ist. Außerdem kommt es nicht zum „Stehenbleiben des Implantates“ im Gesicht bei alternder umgebender Gesichtshaut, da die wiederholten Behandlungen jeweils dem biologischen Alterungsprozess entsprechend kosmetisch gut angeglichen werden können.

Bezüglich der Faltenbehandlung sollten Sie wissen, daß es verschiedene Arten von Falten gibt und dementsprechend auch die Therapie der Faltenbehandlung ausgerichtet ist, die ich Ihnen in meiner Praxis anbiete:

1. Therapie mimisch bedingter Gesichtsfalten

Zur Behandlung mimisch - also durch Muskelzug - bedingter Gesichtsfalten, hat sich ein Eiweiß (Botulinumtoxin A) durchgesetzt, das natürlicherweise von einem Bakterium gebildet wird. Dieses Eiweiß entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem Medikament, das für ein immer breiteres Spektrum von Erkankungen angewendet werden kann (3). Seit Anfang der 90iger Jahre wird es zunehmend für die Behandlung mimischer Falten eingesetzt. Die Wirkung dieses Medikamentes beruht darauf, daß es die chemische Erregungsweiterleitung der Nerven in der Muskulatur blockiert. Dadurch erschlafft der Muskel und die vormals durch den Muskelzug verursachte Hautfalte kollabiert, d.h. glättet sich. Insbesondere für mimische Falten in der oberen Hälfte des Gesichtes (Stirnfalten, Zornesfalten zwischen Augenbrauen und Nasenwurzel) ist dieses Verfahren besonders effizient (4).

Das Präparat wird hierzu mit einer sehr dünnen Nadel an verschiedenen Punkten in die entsprechende Muskelpartie injiziert. Die Wirkung sehen Sie nach zwei bis drei Tagen. Da das Eiweiß vom Körper jedoch langsam abgebaut wird, hält die Wirkung nach einer Injektion ca. drei bis neun Monate an, danach müßte die Therapie wiederholt werden (5).

Mögliche vorübergehende Nebenwirkungen nach der Injektion können u.a. sein: Taubheitsgefühl und Ausbildung eines Blutergusses um die Einstichstelle, Kopfschmerzen, vorübergehendes Absinken der Augenbrauen (in 1 bis 2 % der Fälle). Langfristige Nebenwirkungen sind nach heutigem Erkenntnisstand nicht zu erwarten (6).

2. Therapie störender Gesichtsfalten, bedingt durch einen Volumenmangel

Eine zur Unterfüllung von Hautfalten infolge Volumenmangels zunehmend verwendete Substanz ist die Hyaluronsäure. Es handelt sich hierbei um eine natürliche Zuckerverbindung, die im Gewebe aller Lebensarten produziert wird, die aber im Laufe des Älterwerdens permanent weniger gebildet wird. In der menschlichen Haut gewährleistet sie u.a. aufgrund einer hohen Wasserbindungskapazität den Volumenaufbau, die Spannkraft und Elastizität der Haut (7).


Zur Faltenunterfüllung steht diese Hyaluronsäure in „vernetzter Form“ als visköses Gel zur Verfügung, das mittels einer sehr dünnen Nadel direkt entlang der Falte unter die Haut eingespritzt wird. Durch die Vernetzung der Hyaluronsäure wird eine Stabilisierung erreicht und damit eine langanhaltende Wirkung der Substanz in der Falte
.

Geeignet ist diese Faltenunterspritzung für alle Falten, die durch einen Volumenmangel entstanden sind, etwa um den Mund, die Nase, Stirn oder Wangen. Da diese natürliche Substanz auch dem natürlich körpereigenen Abbau unterliegt, muß die Faltenunterspritzung in einem – individuell unterschiedlichen – Zeitraum zwischen etwa vier bis neun Monaten wiederholt werden, um den Behandlungserfolg aufrecht zu erhalten.

Mögliche lokale Nebenwirkungen können sein: Schwellung, Rötung, Hauteinblutungen und gelegentliche akneartige Knötchen. Diese klingen in der Regel nach zwei und drei Tagen spontan ab.

Nach der Faltenunterspritzung sollte man sich in den ersten Tagen nicht extremer Hitze (z.B. Sauna, Dampfbad, Solarium) oder Kälte aussetzen (8).

3. Therapie von „flächenhafter Faltenbildung“ infolge Hautalterung und Elastizitätsverlust

Sollen nicht einzelne, tief eingesunkene Falten behandelt werden, sondern zeigt sich aufgrund von Hautalterserscheinungen eine flächig gefältete und faltig erschlaffte Haut, ist ebenfalls eine Therapie mit Hyaluronsäure möglich. Dieses Präparat, welches flächenhaft unter die Haut eingequaddelt wird, besteht aus „unvernetzter“ natürlicher Hyaluronsäure, die mit zunehmendem Lebensalter von Ihrer Haut immer weniger produziert wird. Mit Abnahme des Hyaluronsäuregehaltes in der Haut kommt es zu einem Elastizitätsverlust mit schlechtem Wasserbindungsvermögen, wodurch die Faltenbildung und Hauterschlaffung resultiert.

In Ihre Haut an mehreren Punkten injiziert, entfaltet die zugeführte unvernetzte Hyaluronsäure dann ihre biologischen Funktionen. Sie ist in der Lage der Haut Feuchtigkeit und Spannkraft zurückzugeben und die normale Aktivität von Bindegewebszellen der Haut (Fibroblasten) so zu beeinflussen, daß neues Kollagen in der Haut gebildet wird (9). Es findet so eine „natürliche Biorevitalisierung“ der Haut statt, mit dem optischen Ergebnis der Hautverjüngung: glatter, straffer, faltenarm.

Der korrigierende Effekt hält anfangs nach zwei Injektionen im Dreiwochenabstand ca. vier bis acht Wochen; nach mehrmaliger Anwendung auch über eine längere Zeitspanne von zwei bis drei Monaten, danach sind immer Auffrischungsbehandlungen erforderlich.

Geeignet ist die Biorevitalisierung für die Wangenbereiche im Gesicht, den Hals- und Decolletebereich.

Als mögliche Nebenwirkungen kann es nach der Injektion für ein bis zwei Tage zu einer Rötung mit Schwellung und gelegentlichem Hautjucken kommen. Lokale Infektionen sind selten.

Doch könnnen mittels moderner Medizinkosmetik nicht nur die Spannkraft der Haut verbessert und die Faltenbildung reduziert werden, sondern auch andere Zeichen der Hautalterung lassen sich effizient und schonend behandeln:

4. Therapie altersbedingter Pigmentfleckenbildung im Gesicht oder am Handrücken

Hauptsächlich durch die im Laufe der Lebens kumulierte UV-Einstrahlung (Sonne) bilden sich mit zunehmendem Alter braune Pigmentflecken in den unterschiedlichsten Schattierungen. Besonders an unseren Repräsentationsorganen dem Gesicht oder den Händen (Handrücken) sind diese Pigmentflecken optisch auffallend und kosmetisch störend. So sind bereits 30% der hellhäutigen Frauen über 40 Jahre von solchen Pigmentflecken betroffen, bei Frauen über 50 Jahre sind es bereits 90%.

Eine schonende Möglichkeit, solche Flecken dauerhaft zu entfernen, bietet die Lasertherapie mittels des selektiv oberflächig aktiven Erbium-Lasers. Der Laser „radiert“ die Pigmentflecken quasi weg, zurück bleibt eine oberflächige Schürfwunde, die unter Schorfbildung nach 3 bis 10 Tagen abheilt. Weitere ausführliche Informationen hierzu siehe auch Praxisinformation Thema 10.

5. Therapie von altersbedingt durchscheinender Äderchen oder Äderchengeflechte im Gesicht

Infolge Ausdünnung der Haut im Alter aber auch als Folge von kumulierter UV-Lichtstrahlung zeigen sich zunehmend feine Äderchengeflechte im Gesicht. Bevorzugt an den Wangen und der Nasenregion scheinen sie durch die Haut hindurch und verleihen der Haut einen vorgealterten Eindruck.

Eine einfache Möglichkeit solche Äderchen oder auch flächenhafte Äderchengeflechte zu entfernen, bietet sich mit dem Diodenlaser. Weitere ausführliche Informationen hierzu siehe auch Praxisinformation Thema 12.

Durch den vom Laser auf das Äderchen abgegebenen Wärmeimpuls kollabiert dieses und wird damit thermisch geschrumpft und verschlossen. Nach der Behandlung sehen Sie eine vorübergehende Rötung, die nach einigen Stunden wieder verschwindet und eine kleine punktförmige Schorfbildung über dem behandelten Gefäß, die sich nach zwei bis drei Tagen spontan ablöst.

6. Therapie von Zeichen der Hautalterung mittels Fruchtsäurepeeling

Die Peelingtherapie ist der Klassiker unter den Methoden, die Haut jünger aussehen zu lassen. Insbesondere die hautglättende Wirkung von Fruchtsäuren machte man sich schon im Altertum zu Nutzen. So badete Kleopatra regelmäßig in Eselsmilch (enthält Milchsäure) und die Hofdamen des Mittelalters rieben ihr Gesicht mit Rotwein ab (enthält Weinsäure), um dadurch ein oberflächliches Abschälen der aufsitzenden alten Hautschichten mit einer Verbesserung des Aussehens zu erzielen.

Die heute zur Anwendung kommenden modernen oberflächlichen Peelingverfahren mittels Fruchtsäuren (13) zeigen ihre Wirkung an der Haut optisch u.a. in der:

Durch eine fortgesetzte Peelingtherapie kommt es infolge dieser Wirkungen zur Glättung und Verbesserung der Hautstruktur mit einem frischeren und verjüngten Aussehen der Gesichtshaut. Wie die Anwendung in meiner Praxis durchgeführt wird, können Sie der Praxisinformation Thema 9 entnehmen.

 

Wie eingangs gesagt „Forever joung ein Wunschtraum so alt wie die Menschheit!“
Leider ist auch bis heute dieser Wunsch ein zeitlich begrenztes Privileg unserer Jugend geblieben. „Forever joung“ bleibt ein unerfüllbarer Wunschtraum.

„Longer young“ ist jedoch heute mittels der beschriebenen Verfahren der modernen Medizinkosmetik erreichbar zur Realität geworden.:

also, Möchten Sie jünger aussehen ?

 

 

© 01.2005 - Dr. med. Frank Latzke, Burgstr. 11, 63755 Alzenau
Tel. 06023/970253


Die Ziffern in Klammern beziehen sich auf die Literaturquellen.

Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Merz Pharmaceuticals Hyal-System.


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